Cape Reinga

Geschafft !!! Endlich geschafft !!! Ich bin ganz im Norden angekommen. Nach zwei Hammer-Etappen. Vor zwei Tagen war ich noch in Paihia in der Bay of Islands, an der Ostküste. Dort hatte jch die Idee, ich könnte es ja an einem Tag an die Westküste zum 90 Mile Beach schaffen. Das ist ein schöner flacher durchgehend verlaufender Sandstrand, der allerdings nur 90 Kilometer lang ist. Er ist für Fahrzeuge als offizielle Straße zugelassenen und die Attraktion im Norden. Also wie gesagt, ich hab mir aufgerechnet, ich schaffe es in einem Tag dorthin. Die Strecke führte an der Ostküste entlang, nicht immer in Sichtweite zum Meer. Der Wind hat munter vor sich hingedreht und so hatte ich irgendwie alle Windrichtungen, auch gut 🙂 Vorbei ging es an der schönen Cabel Bay und nach einigen Kilometern wieder auf den State Highway 1, der so hoch im Norden eine kleine,gemütliche, kaum befahrene Landstraße ist. Dem bin ich dann ein klein wenig gefolgt, bevor es über einen Hügel, wie sollte es auch anders sein, die letzten fünf Kilometer zum Camping direkt am Stand ging. Ich hatte es tatsächlich geschafft, nach neun Stunden im Sattel und 120 Kilometern. Abends hab ich noch ein nettes deutsches Päarchen getroffen und bin komischerweise sehr früh ins Bett.
Der nächste Tag, also gestern, musste ich früh einfach ein paar Meter mit dem Rad auf der berühmten Straße/Strand fahren. Sind aber wirklich nur ein paar Meter geblieben, ich bevorzuge dann doch lieber denn reibungsärmeren Asphalt. Nach etwa zwei Stunden in Richtung Norden kam dann endlich mal wieder ein Supermarkt. Dort habe ich Joan getroffen. Sie ist die erste Radlerin die mir begegnet ist, aber schon wieder auf dem Weg nach Süden. Ich komme von dem Supermarkt dann erst wieder relativ spät weg. Die Straße wird immer hügeliger und als es langsam abend wird, habe ich mein erstes Hörbuch durchgehört. Nach unerhört vielen und steilen Anstiegen auf der  Zielgeraden stehe ich, nach  110 km gefahrenen Kilometern, am nördlichsten Punkt des Landes. Es ist traumhaft, ich bin alleine (die Touris schon wieder in den Hotels), die Sonne beginnt unter zu gehen und vor mir nur Wasser … Auf einem Schild steht, es sind nur noch 1452 km bis zum südlichsten Punkt Neuseelands. Das packe ich heute nicht mehr und so fahre in zum Camping. Er ist wunderschön in einer Bucht gelegen. Ich geselle mich in die Fahrradecke, wo schon Pierre aus Frankreich, Max aus Deutschland und Martin aus der Schweiz warten. Alle drei haben im Prinzip das gleiche vor wie ich 🙂
Heute morgen kann ich dann endlich mal ausschlafen, denn ich habe schließlich einen Pausentag. Max und Pierre  fahren früh gemeinsam weiter. Martin hat sich schon relativ früh zum wandern aufgemacht. So beschließe ich den relativ kurzen Wanderweg zum Cape zu gehen. Was für ein Gefühl wieder über eine längere Strecke zu laufen. Der Weg ist gut und ist hervorragend ausgeschildert. Er bietet einige Stellen mit überragenden Panoramen. Auf den schmalen Wegen ist mir sogar ein Mountainbike Fahrer entgegen gekommen, was ich dann doch etwas verrückt finde, aber gut, dafür fahre ich durch ganz Neuseeland. Nach einer Stunde am Cape bin ich zurück gegangen und hab Martin getroffen, der nach einer unschönen Strecke am morgen nun auch auf den auf dem Weg nach oben gemacht hat. In der Bucht war erst mal schwimmen angesagt. Das Wasser war gar nicht soooo kalt;) Dann noch etwas Haushalt. Abends haben Martin und ich gemeinsam gekocht. Und was er dann beim Essen so erzählt hat war Wahnsinn. Er war mit dem Fahrrad schon in Afrika, in Nepal & Tibet und hat auch schon die Seitenstraße abgefahren. Es ging wieder früh ins Bett, denn ich will für den Sonnenaufgang aufstehen.
Es gibt hier ganz im Norden weder WLAN noch Mobilfunk, also wenn ihr das hier lest, bin ich schon wieder auf dem Weg gen Süden.

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