Radeln, radeln, radeln

Wie man schon gut an der Überschrift erkennen kann, es ist nicht wirklich viel passiert. Deshalb ist es auch schon eine Weile her, dass ich den letzten Blogpost veröffentlicht habe.

Nachdem ich Uluru hinter mir gelassen und wieder den Stuart Highway erreicht habe, war ich allerdings immer noch im Nirgendwo und musste weitere 200 km bis Alice Springs, der größten Stadt im Zentrum Australiens fahren. Ich hatte Glück und bin bei einem netten Host untergekommen, Ben. Er wohnt seit ein paar Jahren hier und hat auch schon einige Radtouren gemacht, vor allem in Asien. Er nimmt mich später auf eine kleine Erkundungstour mit und wir fahren zur Simpsons Gap. Als es dann dunkel wird testen wir seine neue Kamera und es ist richtig schön ihm ein paar Tipps zu geben. Nach zwei Tagen in Alice Springs und einem leckeren Känguru BBQ hab ich mich dann doch wieder aufgemacht, in Richtung Darwin.

Von da an ist wieder sehr wenig passiert. Eigentlich hab ich nur geschlafen, gegessen und eben geradelt. Ich habe ein paar Tage nördlich von Alice Springs Christian getroffen. Der Schweizer hat einen Einkaufswagen Off-road tauglich umgebaut und schiebt ihn jetzt einmal quer durch Australien, von Darwin bis Adelaide. Er ist schon seit sechs Wochen unterwegs gewesen und macht trotzalledem einen ziemlich vergnügten Eindruck.

Ein paar Tage später hab ich Willy, einen irischen Radler getroffen. Der ist  tatsächlich von seiner Haustür gestartet und hat es bis hierher geschafft! Wir verquatschen uns beim zweiten Frühstück ziemlich und fahren erst nach Mittag wieder weiter. Unglaublich inspiriert geht es für mich Richtung Darwin.

An dem gleichen Tag erreiche ich die Devils Marples. Ein Gebiet, nahe am Stuart Highway, mit ganz vielen großen roten Felskugeln, die auf unglaublichster Weise übereinander liegen. Ein sehr interessanter Ort und auf jeden Fall einen Abstecher wert.

Nach weiteren langen, geraden und eintönigen Straßen hab ich es dann nach Tennant Creek geschafft. Hier bleibe ich allerdings nicht, sondern kaufe nur wieder Lebensmittel und entspanne an dem schönen See etwas nördlicher der Stadt. Am Nachmittag fahre ich noch weiter und schlage mein Lager zum Glück unter einem Dach einer Rest Area auf. In der Nacht fängt es nämlich das Regnen an. Am nächsten Tag ist es immer noch regnerisch, nicht desto trotz setzte ich mich in den Sattel, nur um dann nach etwa 30 km doch auf einen Campingplatz zu gehen. Und es beweist sich sehr bald, das das eine gute Entscheidung war. Denn ich treffe noch einen Radler. Bruno ist auch aus Deutschland und hat sich vorgenommen nach Berlin zurück zu fahren. Er ist von Sydney aus gestartet. Das lustigste war, das ich ihn schon gekannt habe, bevor ich ihn überhaupt begegnet bin. Der Straßenfunk funktioniert hervorragend. Man ist immer gut informiert, wer alles wo gerade unterwegs ist. So sind mir beispielsweise auch zwei Japaner etwa eine Woche hinterher. Es hat den ganzen Tag geregnet,  so hieß es abwarten und Tee trinken. Wir durften unsere Zelte sogar in einer alten Scheune aufstellen und so war es erträglich.

Am nächsten Tag hat die Sonne geschienen und wir haben beschlossen gemeinsam weiter zu fahren. Als wir am Abend an einem Road House mit Pool angekommen sind, haben wir uns ganz spontan dazu entschlossen zu bleiben. Das Wasser war angenehm kalt und am Abend wurden wir sogar noch zum Essen eingeladen.

Vier Tage später, es wird mittlerweile von Tag zu Tag wärmer, sind wir in Katherine angekommen. Dort hat ein große Überraschung erwartet, denn Cocos Backpackers ist ein Radler Treff. Natürlich hatte ich davon auf dem Highway erfahren, aber dass noch FÜNF andere Radreisende dort untergekommen sind, hatte ich nicht erwartet 🙂 Schön!

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